Am heutigen Mittwoch jährt sich der Auftakt zu einer umfassenden Regierungsumbildung in Frankreich, durch eine spontane Bürgerkundgebung im Jahr 1789. Von einem solchen Bürgervotum sind wir in Merkel-Deutschland noch weit entfernt, obwohl sich die Regierung in Berlin und das ihr vorgesetzte Politbüro in Brüssel redlich bemühen, ein solches herbeizuführen. Die Franzosen hatten damals schon recht fortschrittliche Regelungen, so gab es einen Pensionsplan für ehemalige Regierungsangehörige, der sämtliche Kriege, Revolutionen und Inflationen ohne jegliche Nachbesserung überstanden hat. Ja, er war halt ein genialer Mann, der Herr Dr. Guillotin.
Es gibt eine durchaus anerkennenswerte Art des Versagens: Wenn jemand eine Aufgabe übernehmen muß, die ihn so überfordert, daß er sie trotz aller Anstrengung, trotz heroischen Kampfes, am Ende doch nur teilweise bewältigt. Dann hat der Betroffene versagt, aber er kann das in aufrechter Haltung eingestehen. Ein gutes Beispiel sind die Spartaner von Thermopylae, deren heroisches Beispiel derart durch die Geschichte leuchtet, daß man sich kaum traut, darauf hinzuweisen, daß sie letztlich doch versagt haben. Die andere Art des Versagens erkennt niemand an, sie ist nicht heroisch, sondern eher verachtenswürdig. Der klischeehafte Vertreter ist der Student mit einer höheren zweistelligen Semesterzahl, der zwar alle Kneipen der Stadt, aber kaum ein Fachbuch von innen kennt. Die heutige Studienordnung läßt das nicht mehr zu, doch Geschichten von Leuten, die dank des Testaments einer Tante für die Dauer ihres Studiums jeden Monat Tausende von Mark erhalten haben, hat wohl jeder schon gehört. Sie sind genauso hartnäckig wie die Geschichten von Beamten, die ihre Dienststunden mit Zeitungslesen verbringen.
Der Mai war ein Katastrophen-Monat für Deutschland und ein schwerer Schlag ins Kontor für die Nichtstuer-Regierung. In der Krise, die den Euro an die Grenze des Zerreißens gebracht hat, haben Berlusconi und Sarkozy die Richtung bestimmt, Merkel am Nasenring hinterhergezogen und sie eifrig mit dem Scheckbuch winken lassen. Bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen hat die schwarz-gelbe Regierung die Bundesratsmehrheit verloren. Ich weiß nicht, ob Angela Merkel schon begriffen hat, was das heißt. Jedenfalls hat sie die Zeit untätig verstreichen lassen. Untätig? Natürlich nicht, die Dame hat ein paar Fernreisen unternommen, ein paar Ausstellungen eröffnet und ein paar unbeachtete Reden gehalten. Mit anderen Worten: Sie war einfach zu beschäftigt um zu arbeiten.
Ventile haben zwei Funktionen. Die eine kennen Sie von Ihrem Autoreifen: Sie pressen Luft hinein und das Ventil sorgt dafür, daß diese Luft im Reifen bleibt. Dank des Ventils kann die Luft in einer Richtung passieren und wird in der anderen Richtung aufgehalten. Mit dem zweiten Typ haben Sie seltener zu tun, Sie finden es im Alltagsleben bestenfalls an einem Dampfkochtopf. Diese Art von Ventilen hält erst einmal dicht, bis der Druck zu groß wird, dann läßt sie diesen Druck kontrolliert ab, um eine Kesselexplosion zu vermeiden. Die Sicherheitsventile sind komplizierter aufgebaut, weil der Druck letztlich dazu führt, daß sich das Ventil öffnet.
Ich möchte vorausschicken, daß der folgende Text reine Spekulation ist, der Versuch, einige lose Enden miteinander zu verknüpfen. Ich gehöre weder dem Präsidium der CDU an, noch bin ich ein geheimer Regierungsberater, ich habe also keinen Zugang zu jenen Gremien, die solche Dinge beschließen. Die Überschrift habe ich gewählt, weil die Dame in den bunten Hosenanzügen an der Spitze steht und Land sowie Partei unter ihr leiden. Ich möchte ihr mit der Namensnennung weder die fachliche noch die intellektuelle Kapazität zu einer solchen Planung unterstellen.
Da ich Angela Merkel als wandelnde Provokation empfinde, erlaube ich mir, diesen Artikel nicht mit Tabasco, sondern mit Viper-Sauce zu schreiben. 1990 hat ein gewisser Helmut Kohl eine gelernte und überzeugte Sozialistin aus der Konkursmasse der DDR übernommen und als dreifache Quotenfrau in sein Kabinett eingegliedert. Die Familienministerin war Frau, Protestantin und aus dem Osten, das genügte als Qualifikation. Da fiel es nicht ins Gewicht, daß sie kinderlos und geschieden war, da interessierte es nicht, daß für sie noch ein Jahr zuvor wahre Demokratie aus der Diktatur des Proletariats bestanden hatte. Die mausgraue graue Maus hielt sich unauffällig im Hintergrund und erwarb sich den Spitznamen “Kohls Mädchen”, der letztlich besagt, daß sie nur auf Grund von Protektion Pöstchen und Dienstwagen erhalten hatte.
Schön, wenn der Kalender das Thema hergibt. Wo feiert man am heftigsten Karneval? Richtig, in Köln. Aber Köln liegt in Deutschland und ein Ausflug dahin ist für eine Dame, die einem unbedarften Obambi einreden konnte, sie sei als Opfer einer Diktatur aufgewachsen, einfach zu billig, zumindest dann, wenn der Steuerzahler die Reisekosten übernimmt. Also feiert unser aller Merkel die Faschings-Eröffnung in Paris. Sie gönnt sich ja auch sonst alles, was wir bezahlen.
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