Ein Abend in Bonn-Bad Godesberg. Im Kurpark werden Schüler eines Elite-Gymnasiums von jugendlichen Migranten attackiert. Der systematische Überfall ist kein Einzelfall. Bundesweit spricht man schon vom Bad-Godesberg-Phänomen. Eine Ursache: Problemviertel und Villenviertel liegen im einstigen Diplomaten-Stadtteil dicht beieinander. Ingrid Müller-Münch hat sich bei Bad Godesbergern umgehört – und Berichte aus zwei Welten erhalten.
“Mein Robin hat jetzt ein anderes Gesicht.” Nach diesem Satz ringt Lieselotte W. [68] hörbar mit den Tränen. “Ich kann seinen Anblick kaum ertragen”, sagt sie dann, “die haben meinem armen Sohn das Gesicht regelrecht zermatscht.” Noch immer leidet der Bochumer unter starken Schmerzen. Mit ungezügelter Brutalität müssen die bisher noch nicht ermittelten Täter über Robin W. [38] hergefallen sein. Davon zeugen schwerste Verletzungen im Gesicht des jungen Mannes, die ihn seit dem Überfall entstellen.
Jetzt fällt uns doch ein Stein vom Herzen. Der mit einem Bruch beider Kiefer endende Angriff auf David Schramm war ein absoluter Einzelfall™. Das jedenfalls versicherte Attendorns Bürgermeister Alfons Stumpf (SPD), der auch keinen Anlass sieht, die Innenstadt nachts zu meiden. “Die Stadt tue alles, was möglich sei, um gewalttätige Exzesse zu verhindern.” Vermutlich hat man deshalb die Schläger nach der Vernehmung gleich wieder auf freien Fuß gesetzt. Mit einem doppelten Kieferbruch bezahlte ein 18-Jähriger die politisch verordnete Begegnung mit einem Türken und einem Albaner. Seine Freundin und ein weiteres Mädchen in seiner Begleitung wurden ordinär beleidigt. Es sind dies die Zustände, über die man nicht reden darf, ohne übel diffamiert zu werden.
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