Der feine Herr Edathy: 'Sie können mich mal kreuzweise!'

  • [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1315647160_2.jpg','left'] Eigentlich gilt Sebastian Edathy als kluger Kopf seiner Partei. Doch im Internet offenbart er eine ganz andere Seite. Alles begann mit einem Bild von FDP-Chef Rösler. | Sebastian Edathy ist ein Mann, der sich auf seine Coolness etwas einbildet, und rastet öffentlich und ganz und gar nicht cool aus, wenn ihm unliebsame Fragen gestellt werden: „Sie können mich mal“, kanzelt er auf seiner Facebook-Seite (2297 Freunde, darunter viele Journalisten) den Arzt und Fotografen Robert Kah ab. Und ergänzt später: „Kreuzweise!“ Keine Frage, Edathy hat ein Problem. Alles fing mit Philipp Rösler an. Edathy hatte letzten Samstag ein etwas älteres Bild auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, das den heutigen Vizekanzler lächelnd bei einer Grippeschutzimpfung zeigt. Dazu forderte Edathy seine Facebook-Freunde zu einer „kleinen Abstimmung“ auf: „a) Er lächelt, weil das Foto gestellt ist. b) Er lächelt, obwohl das Foto gestellt ist, weil er nicht anders kann. c) Die Infusion ermöglicht erst das Lächeln (böse!).“


    Aber das war es nicht, was den Inhaber einer kleinen Foto-Agentur und Facharzt für Kiefer- und Gesichtschirurgie Robert Kah auf den Plan rief. „Hallo Herr Edathy“, schreibt Kah am Samstagabend um 20.18 Uhr in dem Kommentarthread zum Rösler-Bild. „Sie nutzen hier bei Facebook eine ganze Reihe von Fotos für Ihre politischen Aktivitäten, die nicht von Ihnen sind. Das gleiche gilt auch für Zeitungsartikel bzw. Fotos von Plakaten etc., die Sie zur Eigenwerbung nutzen. Haben Sie die Nutzungsrechte von den jeweiligen Autoren dafür erworben?“


    18 Minuten später erwidert Edathy: „Ich schlage vor, Sie verklagen mich oder lassen mich verklagen!“ Nanu. Eigentlich hätte es auf eine solche Frage nur zwei Antworten geben können, wenn man, wie Edathy, Mitglied im Rechtsausschuss des Parlaments ist und überdies als Experte für Urheberrecht gilt.


    Ja, die Höflichkeit. Als Robert Kah in der Sache nachhakt, erwidert Edathy: „Sie nerven.“ Doch Kah lässt nicht locker und fragt, warum ausgerechnet ein Rechtsexperte „so wenig Sensibilität“ in Sachen Urheberrecht besitze. Daraufhin schreibt Edathy: „Dem können Sie gerne Folgendes hinzufügen: Sie können mich mal.“ Und nachdem Kah in fünf Fällen die Rechteinhaber der veröffentlichten Bilder nennt, keift Sebastian Edathy morgens um drei zurück, Kah habe „zu viel Zeit“ und könne ihn, „wie gehabt, mal am Arsch lecken.“


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    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon