Sieh an: Chaim Noll zur Unbildung deutsch-jüdischer Funktionäre.

  • [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1283632611_2.jpg','left'] Daß der deutsche Zentralrat der Juden aus einem Haufen Irrer und Wirrer besteht, durfte man schon mehrmals erleben. In Israel wird Sarrazin weder als antisemitischer Rassist, noch als Tabubrecher gesehen, sondern man wundert sich über die innerdeutsche Diskussion über eine wissenschaftliche Selbstverständlichkeit und fragt sich: Sind die Deutschen wirklich so unwissend? Liegt die diesbezügliche Hysterie des Stephan Kramer (ZdJ-Generalsekretär) vielleicht daran, dass ihm dieses jüdische Gen als Konvertit fehlt? Heute schreibt der in Jerusalem lebende Schriftssteller Chaim Noll in der FAZ, den deutsch-jüdischen Funktionären sei das Grundwissen des Judentums abhanden gekommen:


    Grundwissen des Judentums


    Unter den zahlreichen Bannsprüchen, die binnen weniger Tage über Thilo Sarrazin und sein Buch “Deutschland schafft sich ab” hereinbrachen, war die Verurteilung durch den Zentralrat der Juden eine der aggressivsten. Generalsekretär Kramer war unter den Ersten, die Sarrazin anlässlich seines Buches verurteilten. Er befand sich in prominenter Gesellschaft: Bundeskanzlerin, Parteivorsitzende und Minister beteiligten sich an der Vorverurteilung eines Buches, noch bevor es überhaupt erschie-nen war. Sie schufen damit einen beängstigenden Präzedenzfall für die versuchte Einschüchterung eines Buchautors durch politische Macht- und Verantwortungsträger.


    Nachdem Kramer den Sozialdemokraten Sarrazin in die Nähe der NPD gerückt hatte, sekundierte ihm einige Tage später Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er erklärte, dass Sarrazin, der von einem gemeinsamen Gen der Juden gesprochen hatte, “auf Elemente der Rassehygiene der Nazi-Zeit” zurückgreife. Kurz darauf folgte das Verdikt des Zentralrats der Muslime, Sarrazin sei ein “Nazi in Nadelstreifen”.


    [imgr]http://www.rocknord.net/forum/…/utool_f_1283632873_2.jpg[/imgr] Graumanns und Kramers Äußerungen zum Fall Sarrazin sind aus Sicht des verbindlichen jüdischen Religionsgesetzes, der Halacha, unhaltbar. Nach der Halacha ist Judesein zum Teil genetisch definiert, indem nämlich jedes Kind einer jüdischen Mutter - im Judentum zählt traditionell die mütterliche Linie - als jüdisch gilt. Daneben gibt es eine zweite Definition des Judeseins, über Konversion oder Annahme der jüdischen Religion. Die genetische und die konfessionelle Definition bestehen seit Jahrhunderten nebeneinander. Graumanns und Kramers Äußerungen werfen ein ernüchterndes Licht auf die Unbildung deutsch-jüdischer Funktionäre, denen offenbar das elementare Grundwissen über das Judentum abhandengekommen ist. Jeder Jeschiwa-Schüler hätte ihnen den Sachverhalt - der in Israel der staatlichen Gesetzgebung zugrunde liegt - erklären können.


    Die verschreckte Reaktion der deutschen Zentralrats-Funktionäre auf das Wort “Gen” findet in Israel wenig Verständnis. Ein Tabu, jüdische Identität mit Genetik in Zusammenhang zu bringen, besteht hierzulande nicht. An den israelischen Universitäten wird auf diesem Gebiet intensive fachwissenschaftliche Forschung betrieben, in zunehmendem Ausmaß. Es ist ein Thema, das viele jüdische Wissenschaftler und Laien interessiert und ausführlich in den Medien reflektiert wird. Erst kürzlich veröffentlichte die israelische Zeitung “Makor Rishon” einen mehrseitigen Artikel unter dem Titel “Der Familien-Nukleus”, der sich auf eine in der amerikanischen Fachzeitschrift “Nature” veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung über Zusammenhänge zwischen jüdischer Identität und Gen-Konstellationen berief. Dieser Aufsatz (”The genome-wide structure of the Jewish people”), verfasst von dem in Haifa forschenden Doron M. Behar und anderen Wissenschaftlern, erregte ähnliche Aufmerksamkeit wie eine im “American Journal of Human Genetics” veröffentlichte Studie von Harry Ostrer, Genetiker an der New York University Medical School, der Methoden gefunden haben will, die jüdische Abstammung eines Menschen mit Hilfe von DNA-Proben nachzuweisen.


    Diese Thesen sind auch in Israel umstritten. Aber die Debatte wird offen geführt und, anders als in Deutschland, ohne Hysterie. Man ist zu sehr an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert, um sich derlei Untersuchungen von vornherein aus Angst vor Rassismusvorwürfen zu verbieten. Doch selbst wenn man die naturwissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema beiseite lässt, bleibt es für Juden bei der klaren, seit Jahrhunderten bestehenden Regelung der Halacha, dass sich jüdische Identität - neben dem religiösen Bekenntnis - auf Abstammung gründet.


    Quelle: FAZ, 4.9.2010, Fact Fiction

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

  • Dieser beschissene ZdJ reisst doch sowieso immer nur das Maul auf , wenn sie sich des Schuldkultes bedienen können. Eine Horde von arroganten Pennern ist das. Ob es ein Ex wie Friedman ist oder der aktuelle ZdJ-Generalsekretär. Die wollen sich immer wichtig machen , profilieren , polarisieren. Und was noch wichtiger und ekelhafter ist , sie glauben , sie können Deutschland in diversen Angelegenheiten ihren Willen diktieren. Und die Kriecher-Politiker der Demokröten-Parteien kuschen ja auch oft genug vor diesen Hetzern.

  • Der Wirbel um Sarrazin ist sowieso bald vorbei, genauso wie´s bei allen anderen vorher auch so war (s. Ronald Schill etc.) Naja untergehen wird S. dadurch nicht, vielleicht rüttelt es ja so ein paar Gutmenschen wach, man kann´s nur hoffen.

  • Ich kann leider den Originalartikel auf FAZ.net nicht finden. Könnte jemand den direkten Link reinstellen?
    Es ist nämlich sehr interessant zu lesen (und an Unwissende weiterzureichen), dass ausnahmsweise in der bundesdeutschen Presse zum Ausdruck gebracht wird, gemäß welcher Grundlage sich das Judentum als Gemeinschaft identifiziert. Denn es ist nicht damit getan, zum Judentum zu konvertieren, um Jude sein zu wollen. Damit man unter Juden ernst genommen wird, muss man einer jüdischen Linie mütterlicherseits entspringen.

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    Zitat von "FAZ"

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    Bester Gruss
    RockNORD-Redax

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

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