Michael Winkler: Rechts von der CDU.

  • [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1281472035_2.jpg','left'] In den letzten Monaten häufen sich Meldungen, wonach eine Partei "rechts von der CDU" gewissermaßen eine Marktlücke füllen würde. Spekulationen, Hochrechnungen und Umfragen sprechen von einem Potential von bis zu 20%. Es spricht also viel dafür, diese Partei zu gründen und raketenartig in der Politik aufzusteigen. Ich bin jedoch nach wie vor dagegen, dies zu tun. Zunächst möchte ich mich jedoch der aktuellen Lage zuwenden.


    Parteienanalyse


    "Es darf rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte politische Kraft geben." Dieser Satz stammt von Franz Josef Strauß und war zu seiner Zeit insofern berechtigt, als daß die CSU an der rechten Flanke der CDU marschierte. Mit dieser Einstellung wurde die NPD nach ihrem Höhenflug von 1969 in das Vergessen gedrängt, zumal die CDU in Leuten wie Alfred Dregger ausgewiesene Rechtskonservative in ihren Reihen hatte.


    Ich spreche hierbei von den siebziger Jahren, der Zeit der linksliberalen Regierung, als die CDU/CSU schon allein der Unterscheidbarkeit wegen rechtere Position einnehmen mußte. Unter Kanzler Herbert Frahm (alias Willy Brandt) wurde zuerst der linke Traum gelebt und mit verschwenderischen Geldausgaben umgesetzt. Nach ihm hat jede Bundesregierung vom Sparen gesprochen, aber nur selten danach gehandelt. Das war die Zeit, in der ein Josef Martin Fischer mit seiner "Putz-Truppe" (Proletarische Union für Terror und Zerstörung) Steine an Polizisten vorbeigeworfen hatte und ein Jürgen Trittin aktiver Kommunist gewesen war. Damals gab es keine "demokratisch legitimierte" Kraft links von der SPD.


    Unter Helmut Schmidt änderte sich dies. Linke Traumtänzereien verschwanden und Schmidt sonnt sich noch heute im Ruf des "Machers" und "Realpolitikers", zu dem er durch die politischen Gezeiten und die knappe Haushaltslage gezwungen worden war. Damals war vom "richtigen Mann in der falschen Partei" die Rede, was in ähnlicher Form später von Gerhard Schröder gesagt wurde.


    Seit Schmidt beobachten wir bei jedem Kanzler die "Politik nach Kassenlage", die letztlich dazu führt, daß sich alles in "die Mitte" drängt und ein "weiter so" bzw. "keine Experimente" folgt. Die rot-gelben Flitterwochen waren unter Frahm ausgelebt worden, die Protagonisten sind 1974 ausgeschieden, Frahm wegen Guillaume, Scheel als überbezahlter Bundesgrüßaugust. Schmidt blieb nur der Ehealltag.


    Die Barzel-CDU wandelte sich in diesen Zeiten zur Kohl-CDU. Die "Flanke in den rechten Raum" erfolgte, als Strauß als Kanzlerkandidat angetreten ist. Schmidt war plötzlich wieder links, aber die SPD hatte auf der linken Seite längst an Kompetenz eingebüßt, diese wechselte jetzt zu den Grünen, die 1980 gegründet wurden. Damals war sie eher eine Partei des personifizierten Bürgerschrecks, mit vollbärtigen Gammlern und in Sackkleidern gehüllten Emanzen, die zwar gegen Atomkraft waren, bei denen der Strom jedoch trotzdem aus der Steckdose kam.


    Kohl wurde Bundeskanzler, indem er die CDU in die Mitte drängte. Damals war der politische Richtungswechsel als "geistig-moralische Wende" oder kürzer als "die Wende" bezeichnet, was erst nach dem Untergang der DDR anderweitig belegt wurde. Von der großen, 1982 versprochenen Wende, war selbst in den frühen Kohl-Jahren wenig zu spüren, nach der Übernahme der DDR gab sich Kohl als Staatsmann der Mitte, schon 1990 bis zur Handlungsunfähigkeit im eigenen Denkmal eingemauert.


    [imgr]http://www.rocknord.net/forum/…/utool_f_1281472075_2.jpg[/imgr] 1998 wurde der bleierne Kanzler abgewählt und 2000 von Merkel in die Wüste geschickt. Unter Gerhard Schröder und Kommandante "Joschka" begannen die rot-grünen Flitterwochen, die andauerten, bis "Oskar" hinschmiß und den Lafo machte. Nach einer Schocklähmung folgte die Politik nach Kassenlage, das einzige "rot-grüne" Projekt, das jedem einfällt, ist das völlig verkorkste Dosenpfand, daß Wendehals Trittin in nur sieben Jahren zu einem halbwegs erträglichen Konzept (das von Angela Merkel stammt) nachbesserte.


    In dieser Zeit waren SPD und Grüne links, Schröder um die Mitte bemüht und Merkel - ja, ja, diese heutige Merkel - schwadronierte rechtsliberale Parolen. 2002 wiederholte sich das Spiel von 1980: Stoiber testete das rechte Potential und Schröder gewann mit der Mitte. Die CDU bekam ihre aufmüpfige bayerische Schwester gezähmt und Stoiber wurde nach dem Trostpflaster in der Bayern-Wahl 2003 größenwahnsinnig. Nur sich selbst bekam die CDU nicht in den Griff, anstatt Merkel rechtzeitig auszutauschen, belauerten sich die Parteifürsten futterneidisch gegenseitig.


    Die Quittung bekam die CDU im Mai 2005, bei den Wahlen in NRW. Da wurde mit Rüttgers der beste Sozialdemokrat der CDU gewählt, während die Mutterpartei noch rechtsliberal positioniert war. Merkel und Stoiber waren von den Umfrageergebnissen, die eine absolute Mehrheit voraussagten, so geblendet, daß sie in jede von Schröder aufgestellte Falle hineintappten. Von dem dramatischen Verfall in den Umfragen, der bei den Wahlen in eine große Koalition einmündete, hat sich Merkel nie mehr erholt. Seither glänzt sie durch Profil- und Konturlosigkeit, mit einer Regierung des entschiedenen Vielleicht.


    Der SPD bekam die große Koalition nicht, hier folgte der Richtungswechsel so, wie 1966 bis 69. Damals hatte die Union die SPD in die Regierung aufgenommen und sich danach aus der Regierung verabschiedet, 2005 bis 9 war es umgekehrt, die SPD nahm die Union auf und flog raus. Wir haben 2009 die schwarz-gelben Flitterwochen erlebt, mit dem Reichtumsbeschleunigungsgesetz, das Steuererleichterungen für Hoteliers und reiche Erben bedeutete. Danach kam Politik nach Kassenlage, mit einer Desintegration der Regierung.


    Merkel hat das Heft des Handelns abgegeben, ihre Wahlkampfposition war "die Mitte" - und sonst nichts. Wir tun so, als würden wir regieren, aber keinesfalls mehr, als unbedingt sein muß, das ist das Prinzip der "Äintschie, Äintschie, Äintschie"-CDU. Vor lauter schwammiger Mitte gibt es kaum noch Rechte in der CDU, und vor lauter "Äintschie, Äintschie, Äintschie" auch keine Aufrechten mehr.


    Marktanalyse


    Auf der linken Seite des Parteienspektrums tummeln sich drei Blockflöten: die SPD als die Traditionalisten, die Grünen für die scheinintellektuellen besserverdienenden Gutmensch-Idealisten und die SED als Scheinwolf im Schafspelz für jene Kommunisten, die noch nicht dank einträglicher Staatsposten Grün wählen. Immerhin, der wohlfeile Vorwurf, die Linkspartei wolle die DDR wiederherstellen, trifft nicht zu. Merkel-Deutschland ist längst die beste DDR geworden, die es je gegeben hat.


    Die drei übrigen Blockparteien, CDU, CSU und FDP, generieren sich als Parteien der linksliberalen Mitte. Westerwelle benutzt zwar noch den Wortschatz, den sich die FDP in wirtschaftsliberalen Zeiten zugelegt hat, doch das sind gerade noch inhaltsleere Worthülsen. Die Steuern müssen gesenkt werden, wenn die Staatskasse Steuersenkungen erlaubt. Bis dahin genügt es, das liberale Paradies mit dem Malkasten des Arbeiter- und Bauernstaates zu entwerfen.


    Die schlagkräftige rechtsnationale Traditions-CSU aus der Zeit von Übervater Franz Josef Strauß gibt es nicht mehr, sie wandelte sich über die Streiblsche Amigopartei zum Stoiberwahlverein. Das Beckstein-Huber-Intermezzo hat eher für noch mehr Unruhe gesorgt und jetzt wird in der Partei geseehofert. In der CSU herrscht nur noch die Freiheit, sich der Sehr-wohl-Frau-Doktor-Merkel- und der Zu-Befehl-Frau-Doktor-Merkel-Fraktion anzuschließen. Die Seehofer-CSU ist zum fünften Rad der Merkel-CDU degeneriert.


    Die CDU selbst ist das Schwarze Loch in der Mitte der Parteienlandschaft, in das alles stürzt, seine Eigenschaften verliert und ins Nichts versinkt. Im Zentrum der Singularität ruht Merkel und genießt das Gefühl, daß allen Konkurrenten schwindlig wird, weil sich alles nur um sie dreht.


    Auf der rechten Seite gibt es - nichts. Obwohl, das ist nicht ganz richtig, denn da gibt es die NPD, die DVU, die Republikaner, Pro-NRW, die ehemalige Schill-Partei und noch weitere Splittergruppen. Allen gemeinsam ist die Bedeutungslosigkeit, von gelegentlichen Erfolgen bei Landtagswahlen abgesehen. Für die Einheitsparteien sind das trotz allem noch die größten Gegner, deshalb werden sie im "Kampf gegen Rechts" zu Scheinriesen aufgeblasen.


    Mit "Null Toleranz gegen Rechts", dem Begriff der "Neonazis" und den Propaganda-Medien, die jedes Verbot einer NPD-Veranstaltung durch einen hinterwäldlerischen Dorfschulzen zu einem Akt der Zivilcourage verklären, ist der Begriff "Rechts" zu einem Judenstern der Gegenwart geworden. Wer dieses Etikett angeklebt bekommt, steht unter Generalverdacht, wird in seinen Menschenrechten eingeschränkt, erhält Berufs- und Betätigungsverbot und wird von dem Unrechtsstaat schon mal überfallen, ausgeraubt und ins Gefängnis geworfen.


    In der Bevölkerung herrscht der Wille nach Veränderungen, nach neuen Ideen. Das Konzept der Mitte stammt von Helmut Schmidt, aus dem Jahr 1974. Es wurde von Helmut Kohl breitgesessen, von Gerhard Schröder wieder zusammengefaltet und dient Angela Merkel als Dauerruhekissen. Da in der Politik die Angriffe von allen Seiten kommen können, ist die Position in der Mitte die sicherste, die am sichersten den Machterhalt garantiert. Dies trifft allerdings nur auf ruhige Zeiten zu, die es einer Regierung erlauben, nach Belieben einen Pfahl einzuschlagen und dies zur neuen Mitte auszurufen.


    Zeiten des Wandels sind Zeiten des "Rucks", die Wähler probieren neue Mehrheiten aus, eben den "Linksruck" oder den "Rechtsruck", bei dem die alte Mitte von einer neuen Mitte abgelöst wird. Diese "neue Mitte" war der Slogan eines Tony Blair, als "New Labour" schick und modern geworden war. Diesem Vorbild eiferte Schröder nach, es wurde von Merkel nahtlos übernommen.


    In ruhigen Zeiten hätte die BRD eine Merkel ertragen, aussitzen und die Dinge sich entwickeln lassen, hat schließlich für Kohl 16 Jahre lang funktioniert. Seit die Krise den Namen Griechenland trägt, haben jedoch viele Bürger begriffen, daß ein "weiter so" nicht mehr möglich ist. Wir stehen also an einer Kreuzung, bei der geradeaus fahren nicht ans Ziel führt. Also werden wir abbiegen, nach rechts oder nach links. Nach links haben wir Stau, da gibt es bereits drei Parteien, die sich dort anstellen. Nach rechts führt ein steiniger Feldweg.


    [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1281472100_2.jpg','left'] Potentiell haben wir eine Auswahl von drei Möglichkeiten, also eine 33%-Chance. Über der Abbiegung nach rechts steht bisher nur NPD (die anderen sind noch kleiner), eine gezielt diskreditierte Partei. Diese fortlaufende Verunglimpfung drängt die Rechten in eine Außenseiterrolle und verringert das rechnerische Drittel. Zugleich lassen die kleinen Splitter auf der rechten Seite Platz für eine neue Partei. Bisher gibt es dort nichts, das den Willen der Bürger auf sich vereinen kann.


    Ja, es gibt die Marktlücke, wie 1980 auf der linken Seite. Die chaotische Gammeltruppe von einst ist längst in Nadelstreifen angekommen und gehört zur Sozialistischen Einheitspartei der DDR 2.0. Heute, nachdem "Sozialdemokraten" und "Konservative" abgewirtschaftet haben, wächst der Bedarf nach "rechts", der bislang von keiner Partei bedient wird. Die NPD ist leider zu klein und zu diskreditiert, um diese Funktion zu erfüllen.


    Eine rechte Partei hätte durchaus Chancen.


    Konkurrenzsituation


    In der alten DDR war die Entscheidung für eine Automarke (Trabant oder Wartburg) dank der Lieferzeiten ein Generationenvertrag. In der BRD bekommt man die freie Auswahl geboten, und diese bei genügend Geld auch schnell wieder revidieren. Deshalb prügeln sich VW, Toyota & Co. um die Kunden. In der Politik wird der Kampf noch schmutziger geführt, hier gehört die Diffamierung zum Handwerk.


    Es gehört noch eine weit zerstörerische Technik dazu: die Unterwanderung. Wir hatten in Würzburg 1990 eine kleine Auseinandersetzung unter den lokalen CSU-Größen. Da hat sich jemand, der bislang zweiter Bürgermeister für die CSU gewesen war, entschlossen, Oberbürgermeister zu werden. Die CSU hatte jedoch schon einen Kandidaten aufgestellt, folglich nutzte er seinen Bekanntheitsgrad und trat mit einer eigenen Rathauspartei an. Er hat es geschafft und mit ihm kamen ein paar Leute, die bei der CSU keine guten Plätze auf der Stadtratsliste errungen hatten, in den Stadtrat. Sogar der langjährige CSU-Landrat wurde über diese Liste Stadtrat. Die Gruppe existiert heute noch, sitzt noch immer im Stadtrat, ist aber schon lange keine Karriereoption mehr und ziemlich klein geworden.


    Die potentielle neue Partei wird kaum "Die Rechte" nennen, weil rechts eben "pfui" ist. Ich möchte sie deshalb "Wirtschaftspartei" nennen. Die Wirtschaftspartei verspricht Arbeit und Brot, christliche Werte, Förderung der deutschen Leitkultur und ein paar weitere Dinge, die bei den Wählern gut ankommen. Um bekannt zu werden und seriös zu wirken, stellt man keinen Xaver Hintermoser an die Spitze, sondern einen Friedrich Merz. Oh ja, den kennen Sie doch? Roland Koch, Thilo Sarzazin, Wolfgang Clement - es gibt genügend "Gescheiterte", die in ihrer bisherigen bzw. früheren Partei nicht mehr so recht weiterkommen, in einer neuen Partei jedoch ganz oben einsteigen können.


    Haben wir dann eine rechte Partei vor uns, oder ein Sammelbecken der Unzufriedenen, die ihre zweite Chance nutzen? Ohne Zweifel würden solche bekannten Namen der Partei zu einem raschen Aufschwung verhelfen, außerdem wäre es schwer, dieser Partei das Etikett "rechts" und "antidemokratisch" anzuheften. Die Partei hätte damit die Chance, schon 2013 in den Bundestag einzuziehen. Zudem böte sich die Partei wie die Würzburger Abspaltung als zweite Chance für Politiker an, die in ihrer Partei das Direktmandat nicht bekommen haben oder sich auf der Liste als zu weit hinten empfinden.


    Eine so konstruierte Partei wäre zwar der Diffamierung weitgehend entzogen, dafür aber komplett unterwandert. Die "Wirtschaftspartei" wäre nicht mehr als ein neuer Flügel der Sozialistischen Einheitspartei, zu der heute alle Fraktionen des Bundestags gehören. Sie bedient ein paar Wählerwünsche, erhöht somit die Akzeptanz des bisherigen Systems und bewirkt ein paar kleinere Veränderungen. Das war es dann.


    Die Alternative wäre vollkommen neues Personal, politisch unverbraucht, eben die unbekannten Gesine Tüttelbek und Xaver Hintermoser. Diese Partei bekommt Zulauf, aber von Leuten, die darin ihr Ego pflegen wollen. Die Grünen wurden von Friedfischen wie Jutta Ditfurth und Petra Kelly gegründet, und als es Macht und Geld gab, von Raubhaien wir "Joschka" Fischer und Jürgen Trittin übernommen.


    [imgr]http://www.rocknord.net/forum/…/utool_f_1281472126_2.jpg[/imgr] Ich habe zwar keine Partei gegründet, durfte aber schon Leute kennenlernen, die zuerst als begeisterte Fans aufgetreten sind und sich heute als Todfeinde verhalten. In eine neue Partei treten Idealisten ein, welche die ganze Welt nach IHRER Fasson selig machen wollen. Haben Sie die Karriere von Gabriele Pauli verfolgt? Dieser Dame war ihr Status in der CSU und ihr Amt als Landrätin nicht genug, sie fühlte sich zu Höherem berufen. Zuerst hat sie es in der CSU versucht, dann bei den Freien Wählern, schließlich mit einer eigenen Partei, in der die neuen Mitglieder vergleichbare Egos eingebracht haben. Dieser Wanderpokal würde wohl auch bei einer "Wirtschaftspartei" eintreten.


    Eine solche Partei lockt Wirrköpfe an, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Diese Geburtswehen muß eine Partei erst einmal überstehen, sie dauern eher Jahre als Monate. In dieser Zeit ist die Partei extrem angreifbar. Nur selten kennt jemand die begeisterten, arbeitsfreudigen und deshalb willkommenen Neumitglieder. Betrüger, Raubanwälte, Bankrotteure, Kinderschänder, Stasi-IM - sobald die Partei einen gewissen Bekanntheitsgrad erringt, wird der politische Gegner das schonungslos aufdecken.


    Die Grünen sind die einzige erfolgreiche Parteigründung in den 60 Jahren seit Bestehen der BRD. Ihre Gründung und ihre Entwicklung wurde von den qualitätsfreien Medien gezielt gefördert, links-alternative Reporter spielten gerne Hebammen und Kindergärtnerinnen. Ungemach wurde von dieser Partei abgewendet, sie wurde an die Sozialistische Einheitspartei herangeführt und dort mit offenen Armen als neuer Flügel empfangen. Die alte Tante SPD war begeistert über ihren neuen Koalitionspartner.


    Eine rechte Partei wird von den heute links-grünen Journalisten in Grund und Boden geschrieben, von Anfang an ins schlechte Licht gerückt und bekämpft. Die veröffentlichte Meinung wird von Anfang an gegen diese Partei sein. Diese Partei hat folglich keine Chance.


    Hände weg!


    Eine neue Rechtspartei wird entweder von ausgemusterten Altpolitikern gekapert oder durch Amateure bald nach der Gründung zersplittert und von den qualitätsfreien Medien zerfetzt. Betrachten Sie die hochwillkommenen Grünen, die ein Holger Börner (SPD) anfänglich mit der Dachlatte verdreschen wollte, um sie bald danach in seine hessische Regierung aufzunehmen. Damit hat er das Ende der Volksrepublik Hessen herbeigeführt, nach der nächsten Wahl hieß der Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU). Bis zur Macht in Berlin haben die Grünen trotz aller Förderung 18 Jahre benötigt.


    Würde eine Prominenten-Partei es schneller schaffen? Sie hätte die Möglichkeit, bei den Landtagswahlen im nächsten Jahr schon in die Parlamente einzuziehen und dort als Juniorpartner und Steigbügelhalter der CDU zu fungieren. Diese Juniorpartnerschaft läßt die Wirtschaftspartei entweder zur neuen oder zur besseren CDU werden - oder zur Fortsetzung der CDU unter neuem Firmenschild. Die Wirtschaftspartei würde auf diese Weise die schwarz-gelbe Regierung stabilisieren, indem sie die FDP als neuer Partner der CDU im Zaum hält. Erfolge 2011 würden so die CDU-Regierung 2013 retten...


    Denken Sie an die Schill-Partei und andere Eintagsfliegen, die nach einem kurzen Auftritt wieder von der politischen Bühne verschwunden sind. Eine Promi-Wirtschaftspartei würde einen vergleichbaren Weg nehmen, da sie in den Augen der Wähler durch die Anbiederung an die CDU ihre Neuartigkeit verliert. Dies ist bereits der Westerwelle-FDP passiert. Ihren Wahlerfolg hat sie als Alternative mit neuen Ideen errungen, um binnen Monaten zum trägen Anhängsel der CDU zu degenerieren. Die FDP bedient sich an den Futterkrippen der Macht, ohne dafür eine Gegenleistung zu bieten.


    Eine Idealisten-Partei hat nicht mehr die Zeit, um sich zu entfalten, selbst wenn sie nicht bekämpft, sondern gehegt und gefördert würde. Dieser Staat steht vor dem Zusammenbruch, das kann jeder klar und deutlich sehen. Nur die Frage des Zeitpunkts ist noch offen, ob es drei Monate sind oder fünf Jahre. CDU-Alt-Promis würden sich besser stellen, wenn sie auf eine beschleunigte Ablösung der parteischädigenden Vorsitzenden drängen, als auf eine neue Partei zu hoffen.


    Es gäbe allerdings eine Alternative, die ich bis jetzt ausgelassen habe, weil ein Horst Seehofer dafür der falsche Mann ist: Eine Ausbreitung der CSU unter einem neuen Vorsitzenden Guttenberg. Dieses Konzept hat bereits Strauß prüfen lassen, aber darauf verzichtet, weil das eine CDU in Bayern bedeutet hätte und den Verlust der ehernen absoluten Mehrheit. Eine 30%+X-Partei, zu der die CSU heute geworden ist, benötigt sowieso einen Koalitionspartner. Eine nach rechts gerückte bundesweite CSU würde den Freiraum rechts von der CDU füllen und bundesweit Koalitionen mit der CDU eingehen. Dann wäre Merkel die Führerin der gesichtslosen Mitte-Partei und die CSU die neue Kraft im Lande. Aber, wie gesagt, der Parteivorsitzende heißt Seehofer - und mit dem hat die CSU eher um ihre Existenz in Bayern zu kämpfen, als sich bundesweit zu etablieren.


    Es ist für Parteien zu spät, außerdem sind Parteien angreifbar. Mitgliederlisten wecken Begehrlichkeiten, und sollte der Verfassungsschutz nicht in die Parteispitze vordringen, reicht ein Richter, um legal einen bewaffneten Raubüberfall auf die Parteizentrale durchzuführen. Sollte tatsächlich eine rechte Partei entstehen, die nicht massiv bekämpft wird und sich ausbreitet, dann gehen Sie besser davon aus, daß diese Partei ein Konstrukt der Verfassungsorgane ist, um die rechte Gesinnung des Volkes abzusahnen und der Sozialistischen Einheitspartei zuzuführen.


    PS.: Die Sozialistische Einheitspartei ist nicht die SED, auch nicht "Die Linken", sondern die Gesamtheit der im Bundestag vertretenen Blockparteien. Diese gehören alle "dem System" an, in der Gesamtheit findet kaum ein Austausch der Mandatsträger statt. CDU, CSU, FDP, Grüne, Linke, SPD - sie alle bilden diese Sozialistische Einheitspartei. Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel - der Staatsratsvorsitzende wechselt das Gesicht, doch er erfüllt immer den Willen der Partei. An dieser Wand kann sich eine neue, eine wirkliche Partei des Volkes, nur den Kopf einrennen. Diese Partei wird erst hinweggefegt, wenn der Staat selbst zusammenbricht. Wenn Sie also eine neue, eine bessere Partei gründen wollen, warten Sie noch ein wenig, bis die Zeit reif ist.


    Die CSU, war einmal eine spontane, wenn auch von den Besatzern geförderte Nachkriegsgründung. Sie hat aus dem Stand heraus Bürgermeister und Landräte gestellt, regierte in Bayern und zog in den ersten Bundestag. CDU und FDP haben eine ähnliche Gründungsgeschichte - es funktioniert also nachweislich in der Stunde Null. Eine solche Organisation der Gleichgesinnten läßt sich sehr schnell auf die Beine stellen. Wenn sie eine Partei interessiert, treten Sie in eine ein, die es heute schon gibt, und lernen Sie dort. Viele Gründungsmitglieder von CDU und CSU waren vor dem Dritten Reich bei der Zentrums-Partei. Diese gibt es heute noch, als winzige Splittergruppe. Die Vernünftigen in der CDU werden sich sehr schnell nach rechts wenden, wenn die Zeit gekommen ist. Deshalb ärgern Sie sich nicht herum, sondern bereiten Sie sich vor. Es ist nicht verboten, Brieffreunde zu haben und sich gegenseitig zu Geburtstagen zu besuchen. Und es ist nicht verboten, dabei über Konzepte für ein künftiges Deutschland zu plaudern.


    Quelle: Michael Winkler

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

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