Love Parade: Hätte man auf den Rechten gehört...

  • [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1280740660_2.jpg','left'] So, die Toten der Duisburger Love Parade sind unter der Erde, der Oberbürgermeister dabei, sich „abwählen“ zu lassen, um seine Pensionsansprüche zu retten und die Hautevolee der Republik konnte sich am Sonnabend mal wieder in der Disziplin üben, die keine Regierung der Welt in so vollendeter Virtuosität ausübt wie sie, in öffentlicher Betroffenheit. In diesem Zusammenhang empfindet man es nicht ohne eine gewisse innere Genugtuung, daß der hässliche Zwischenfall vom vorletzten Sonnabend sehr wohl vermeidbar gewesen wäre, wenn man auf jemanden gehört hätte, der in der bundesdeutschen Medienwelt seit Mai dieses Jahres als förmliche Unperson gilt, der frühere Feuerwehrchef von Dortmund, Klaus Schäfer.


    Schäfer war in die Schlagzeilen geraten (RockNORD berichtete mehrfach, hier und hier), als er an einer Demonstration freier Nationalisten teilgenommen hatte. Zusätzlich war bekannt geworden, daß dies nicht die einzige nationale Veranstaltung war, die in der Vergangenheit von Schäfer besucht wurde. Obwohl er selber gar nicht aktiv politisch in Erscheinung trat und SPD-Mitglied blieb, genügte diese Art von Wahrnehmung des persönlichen Informationsrechtes, das eigentlich jedem Bürger zustehen sollte, um über den früheren Feuerwehrchef von Dortmund das politische Anathema auszusprechen. Mit sofortiger Wirkung wurde er vom Dienst beurlaubt. Am 10. August soll entschieden werden, ob das Disziplinarverfahren gegen ihn eingestellt wird.
    Bezeichnenderweise geht es auch hier vornehmlich ums Geld, da ein gefeuerter Klaus Schäfer, der sich im Grunde genommen gar nichts Rechtswidriges zu schulden kommen ließ, der Stadt Dortmund um ein Vielfaches teurer kommen könnte, als ein politisch unkorrekter und eigenständig denkender Sicherheitsfachmann.


    Just dieser Schäfer war es nun, der bereits am 22. März vor einer möglichen Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg gewarnt hatte. So hatte er seinerzeit auf Einladung der Stadt Duisburg im örtlichen Fortbildungszentrum ein eintägiges Seminar über die Planung, über Risiken und Evakuierungsszenarien bei Großveranstaltungen gehalten, an dem ca. 40 verantwortliche Mitarbeiter aus dem Bau-, Tief-, Straßenverkehrs-, Kataster- und Ordnungsamt sowie Feuerwehrmänner teilnahmen. Damals war die Entscheidung über die Durchführung der Love Parade noch nicht getroffen worden.


    In einem Bericht von SPIEGEL ONLINE hieß es dazu am 29. Juli:


    „... Schäfer selbst schildert, wie ihm im Rahmen jenes Seminars Pläne für eine Love Parade in Duisburg vorgelegt worden seien. Sein Urteil: „Das Gelände war nicht im Ansatz für eine derartige Veranstaltung geeignet – vor allem wegen des Tunnels als einzigem Ein- und Ausgang. Ich sagte denen klipp und klar: Das geht gar nicht!“, so Schäfer heute. Er habe der Gruppe vorgerechnet, dass laut Lageplan – bei Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen – maximal 105.000 bis 108.000 Menschen Raum auf dem Areal des alten Güternahnhofs finden würden.
    Viel zu wenig, hätten die Teilnehmer gesagt. Love-Parade-Veranstalter Rainer Schaller würde von einer Million Besuchern ausgehen. Schäfer, so sagt er heute, entgegnete: „Da passen selbst mit Einbeziehung der Umgebung keine 500.000 Personen hin.“ Die Seminarteilnehmer hätten ein reges Interesse daran gehabt, dass Schäfer ihnen Vorschläge macht für ein Konzept, das mehr Sicherheit garantiert.
    Er habe aufgezeigt, wie man an den Flächen für die Gastronomie und an den Bühnen Platz einsparen könne, ohne die Sicherheit zu gefährden – doch selbst nach dieser Berechnung sei bei veranschlagten vier Besuchern pro Quadratmeter nur Platz für maximal 200.000 bis 250.000 Raver gewesen.
    Ausdrücklich habe er betont, so sagt er heute, dass die Pläne für die Straßenabsperrungen „absoluter Irrsinn“ seien. Ebenso die Idee, Menschenmassen durch einen 16 Meter breiten Tunnel zu schicken. Explizit habe er vor diesen Gefahren gewarnt. ...“


    [imgr]http://www.rocknord.net/forum/…/utool_f_1280740889_2.jpg[/imgr] Vorschläge von seiner Seite, mit Hilfe von Rampen eine größere Entlastungsfläche zu schaffen, die bis zur Autobahn führen sollten, wurden von der Stadt aus Kostengründe zurückgewiesen, ließen ihn Seminarteilnehmer wissen, die ihn zudem wissen ließen, daß man enormen politschen Druck auf sie ausübe, da man die Parade unbedingt in Duisburg haben wollte. Schäfer empfahl den Seminarteilnehmern daraufhin, keineswegs Beschlüsse oder Genehmigungen für Konzepte zu unterschreiben, von denen sie nicht überzeugt wären, sondern sich von ihren Vorgesetzten, von der Haftung entbinden zu lassen.


    Wie es heißt, soll die Leiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung, Anja Geer, dies auch getan haben. Der Presse gegenüber mochte sie sich jedoch dazu nicht äußern, vermutlich auf Druck der Stadt, die auf diese Weise wenigstens eine weitere Vergrößerung des Skandals vermeiden will.


    Ähnlich zurückhaltend auch Planungsdezernent Jürgen Dressler, der statt ihrer die Genehmigung unterzeichnete. Immerhin verteidigte dieser sich am 27. Juli gegenüber RP-Online mit der Behauptung, daß sich diese lediglich auf den Bereich des stillgelegten Güterbahnhofs bezog, auf dem die Bühne der Love Parade stand, nicht aber auf den Bereich, in dem es später zur Massenpanik kam, bei der 21 Menschen starben und 511 Menschen verletzt wurden.
    Nach Dressler tragen dafür Polizei, Feuerwehr – und der Veranstalter die Verantwortung. So soll es seiner Meinung nach „augenscheinlich eine Kommunikationspanne zwischen Polizei und Veranstaltern am Tunnel“ gegeben haben, die zu der Katastrophe führte. Danach wurde ein Zugang gesperrt, als zu viele Besucher auf das Gelände strömten, ohne daß man die andere Seite auch sperrte, so dass immer mehr Leute in die Todesfalle hineingedrängt wurden.


    Abschließend resümiert man bei SPIEGEL ONLINE:


    „... Sicherheitsexperte Schäfer sagt rückblickend, er habe die Veranstaltung im März als „konstruktiv und lehrreich“ empfunden. Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter habe auf dem Rückweg im Auto damals zu ihm gesagt: „Erst haben Sie Bochum die Love Parade ausgeredet, jetzt den Duisburgern.“ Für Schäfer, so sagt er heute, sei an jenem Abend des 22. März klar gewesen, dass es in Duisburg mit dem vorgelegten Konzept keine Love Parade geben kann. Eine Woche später habe er per Mail erneut seine Hilfe angeboten und eine Zusammenarbeit mit der Feuerwehr von Essen und Dortmund vorgeschlagen.
    Beide Städte hatten laut Schäfer durch die Love Parade Erfahrungen gesammelt, teilweise gar heikle, aus denen man lernen könne. So seien in Dortmund Scharen von Menschen bei einem heftigen Gewitterregen in einen U-Bahn-Schacht geflüchtet. In Essen sei es zu zwei Beinahe-Unfällen gekommen: Einmal habe eine Massenpanik am Hauptbahnhof gedroht, zum anderen sei ein Stau-Effekt unter einer Brücke aufgetreten. Bei allen drei Gefahrensituationen habe man jedoch verhindern können, dass sich Menschen verletzen.
    Teilnehmer des Seminars vom 22. März hätten sein Angebot zur Zusammenarbeit mit den Feuerwehren von Essen und Dortmund abgelehnt. Begründung laut Schäfer: Sie hätten sich gegen die Befürworter einer Love Parade und deren Konzept nicht durchsetzen können.
    Die Techno-Party wurde letztlich, so behauptet es Schäfer, nach dem Plan durchgeführt, vor dem er ausdrücklich gewarnt hatte. „Sie haben es genau so gemacht, wie ich sagte, dass sie es nicht machen sollen.“


    Ein Fall, der sich freilich auch auf die hohe Politik oder den Qualitätsjournalismus übertragen läßt, wo man nicht selten auch „Entdeckungen“ über bestimmte Entwicklungen macht, die man bereits Jahre zuvor in Veranstaltungen oder Publikationen der NPD oder anderer nationaler Gruppierungen hören konnte, dann aber als eigene Erkenntnis verkauft, nachdem man sie zuvor bis aufs Messer bekämpft hat.


    Quelle: Altermedia

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

  • Tja, anscheinend hat der gute Mann was die Organisation der Riesenzappelei betrifft wohl recht gehabt. Trotzdem finde ich es aeusserst schwach bis geschmacklos jetzt zu versuchen aus den Toten politischen Profit a la: "Haette man auf den Rechten gehoert, weil die Rechten es besser und vor allem frueher wissen, dann waeren alle noch am Leben", zu schlagen. Herrn Schaefers Expertiese auf diesem Gebiet, haengt mit Sicherheit nicht mit seiner politischen Einstellung zusammen.

    Art 146
    Dieses Grundgesetz, [...], verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem
    eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung
    beschlossen worden ist.


    Lasst uns daran Arbeiten!