Deutschland – 30 Jahre nach Punk.

  • [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1280257752_2.jpg','left'] Dies hier ist die Empfehlung, aus der Not eine Tugend zu machen. Dort, wo das verbriefte Recht auf „Meinungsfreiheit“ von PDS und Antifaterroristen regelmäßig außer Kraft getreten wird, und ein deutsches Opfer nicht mehr ins Propagandakonzept einer Presse paßt, die nur noch über ausländische „Opfer rechter Gewalt“ schreiben mag; wo Gerichte über Kunst befinden, die sie genausowenig verstehen, wie seinerzeit Roland Freissler einen Kandinsky nicht verstehen konnte, gerade dort bieten sich uns im Kulturkampf größte Chancen. Was der Neofolk und artverwandte Szenen nur endlich begreifen müssen, ist die Lektion, daß wir uns vor den Verlierern von morgen weder gestern noch heute zu erklären oder zu rechtfertigen haben.


    [imgr]http://www.rocknord.net/forum/…/utool_f_1280257781_2.jpg[/imgr] Die Linke weiß sehr wohl, daß Gerhard (Allerseelen) kein Neonazi oder Hardcore-Rassist ist. Sie sieht sich aber gezwungen, ihn und unseresgleichen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln so zu verteufeln, daß wir in den Augen der hirngewaschenen Irren als das personifizierte Böse dastehen. Das Nazi-Etikett ist nur der Stigmatisierung dienlich, die nötig ist, um Bannrituale gegen uns in Kraft zu setzen. Die Linke spürt förmlich, daß das abendländische Anliegen hinter Allerseelen oder die forschende Tuchfühlung mit den eigenen Wurzeln und die musikalischen Anklänge an heimatliche Verbundenheit ihr viel gefährlicher werden kann, als das Treiben einer steinzeitlichen Skinheadkultur oder der Bierlaunen-Patriotismus einer schlagenden Studentenverbindung. Und ich muß es wieder und wieder anführen, das für unsere Situation wohl treffendste Ernst Jünger-Zitat, wonach bereits „die Annahme der Frage der Beginn der Unterwerfung ist“. Nein, wir haben denen, die uns um keinen Preis verstehen möchten, rein gar nichts zu beantworten, nichts!


    Wenn dich also jemand als „Neonazi“ tituliert, weil er deine Musik zu verstehen nicht in der Lage ist, dann laß ihn etikettieren oder fordere noch schlimmere Etikettierungen ein. Doch mache keiner mehr den Fehler, sich vor einem Haufen von Profillosen etwa entschuldigen oder erklären zu wollen. Das Konzert in München am 1. September und andere wurden nicht verhindert, weil rechte ideologische Härten im Raum standen, sondern weil unsere Musik immer mehr Zuhörer gewinnt im alternativen Musikbereich, weil wir anziehen statt abzustoßen, weil wir uns öffnen, statt uns zu vermummen, weil wir auf Heimat verweisen, statt auf Selbstentfremdung und der Gegner uns nur noch mit Gewalt, Terror, Haß und Unverständnis begegnen kann, um sein schrumpfendes Terrain zu verteidigen. Es sollte uns scheißegal sein, als was der Feind uns bezeichnet und wie er uns darstellt. Wenn er seine Energie damit vergeuden will, ein Konzert mit allen Mitteln zu verhindern, dann soll er das tun, aber jedes verhinderte Konzert stärkt unser Charisma, jedes verhinderte Konzert zieht weitere Kreise von Gesprächen und Diskussionen nach sich, deren Ergebnisse uns nicht schaden.


    Der Neofolk hat sich in vergangener Zeit gerne von Ernst Jünger inspirieren lassen. Jetzt aber muß er strategisch von den SEX PISTOLS lernen, denn: 30 Jahre nach Punk sind wir dessen letzte und einzig legitime Vertreter. Oder kann noch irgendwer seine Eltern mit einer CD von den TOTEN HOSEN oder den BEATSTEAKS erschrecken? Wir müssen die Konservative Revolution mit den SEX PISTOLS kreuzen, um dem Gegner die „potential H-Bomb“ um die Ohren fliegen zu lassen. Eine Symbiose aus Ernst Jünger und den SEX PISTOLS wäre ein großer Schritt hin zur totalen Eroberung des Terrains und triebe sowohl den konservativen Spießer als auch den linken Politkommissar zur schieren Verzweiflung. Hans Jürgen Syberberg vermochte es, die PISTOLS noch als Endzeitphänomen zu deuten. Ernst Jünger hätte sie zumindest interessant gefunden, aber die JUNGE FREIHEIT, wäre sie seinerzeit präsent gewesen, hätte wahrscheinlich den Notstand ausgerufen. Andererseits werde ich die frühe Verzweiflung in den Gesichtern der linken Urzeithippies in unseren regionalen Gefilden nie vergessen, wenn man auf Punk und SEX PISTOLS zu sprechen kam. Manch konservativem Spießer waren sie nichts anderes als von Moskau gesteuerte, destruktive Bolschewiken, während bärtige Marxisten in ihnen die verkappten Nazis sahen, und zwar noch lang bevor Sid Vicious ein Hakenkreuz auf dem T-Shirt trug. Vor 30 Jahren lief das konservativ-christliche Bürgertum Sturm gegen die Sendboten der Apokalypse oder das Böse schlechthin. Mit genau dem gleichen Eifer kämpfen heute nur noch die Antifa-Taliban gegen das an, was vor 30 Jahren als Punk begann und jetzt Neofolk etc. heißt. Die Kommunisten und linken Polit-Hippies haben von 1977 an dann zumeist ihre drei bis fünf Jahre gebraucht, um sich den neuen Verhältnissen anzupassen und dann wenigstens noch den zweiten Zug der NEUEN DEUTSCHEN WELLE zu erwischen, der dann auch schon besetzt war mit lauter Ex-Hippies in kurzen Haaren und Streifenhosen. GEIER STURZFLUG hieß eine dieser zu spät gekommenen Gruppen, die ihre Instrumente perfekt beherrschten und denen man auch in neuer Kostümierung einfach anmerkte, daß die mit Punk nie was zu tun hatten.





    Als die SEX PISTOLS vor 30 Jahren mit ihrem zynisch bösen „God save the Queen“ und ihrem „No future for you“-Refrain das Thronjubiläum der Queen begleiteten, war das konservative Establishment in den Grundfesten erschüttert. 1977 vollzog sich ein westlicher Weltuntergang. Punk war Ende und Anfang zugleich. Und jeder Plattenspieler, auf dem eine Punk-Scheibe rotierte, leistete seinen Beitrag zum „Untergang des Abendlandes“. Niemand hätte es damals für möglich gehalten, daß die Rückbesinnung auf ein abendländisches Erbe ausgerechnet aus diesen Gefilden heraus wieder ihren Lauf nehmen würde. Denn wer oder was außer uns, wäre in der Lage, die Verhärtungen, Tabus und Verkrampfungen sowohl der Linken als auch der Rechten so spielerisch zu brechen.


    Der Neofolk von heute hat das legitime Punkerbe angetreten, die Antifa hat die Gestapo und die Stasi beerbt. Das deutsche Establishment ist links. Und so, wie die SEX PISTOLS vor 30 Jahren ihr konservatives Establishment mit anarchisch-nihilistischen Refrains erschütterten, so sehr erschüttert jeder abendländische Ansatz in Kunst und Kultur das linke Establishment von heute. Und das nenne ich eine Gnade ganz besonderer Art, zwei Punkrevolutionen in einem zur bestmöglichsten Zeit miterlebt zu haben: 1977 und 2007. Zwei Weltuntergänge, zwei Sonnenaufgänge und die Gewißheit, daß keine Antifa, kein Verfassungsschutz, keine Medien

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

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  • ignoranz und kein linker fundamentalistischer Gesinnungsterror diese Strömung noch aufhalten kann. Die Tatsache, daß geheucheltes gutmenschliches Engagement und ein ebenso verzweifelt wie peinlich geführter „Kampf gegen Rechts“ die Vertreter des vermeintlich Guten so lächerlich erscheinen läßt, stärkt den Magnetismus unserer Musik um so mehr.


    Nächstes Jahr im Frühjahr, ganz nach Lust und Laune, könnte man ja mal versuchen, sich Zeit zu nehmen um vielleicht zu sehen, ob sich nicht doch noch ein Deutschland- oder Österreich-Konzert für ein paar verruchte Musikformationen bewerkstelligen ließe. Und wenn es denn eine felsenfeste Lokation gäbe, mit einem unumkippbaren Eigentümer, dann sollten wir es unbedingt auch einmal auf eine Konfrontation mit Antifa-Demonstranten ankommen lassen. Ich befürchte aber, daß es am Ende, wie in Rosenheim vor 2 Jahren, nur wieder zu einem bemitleidenswerten Kinderkreuzzug reicht.


    Nicht ganz dreißig, aber immerhin neunundzwanzig Jahre nach 1977 lief kürzlich um 00:10 im ZDF ein wirklich toller Punkfilm, mit den damals sehr herausragenden ADVERTS – „Brennende Langeweile“ der Titel. Absolut authentisch, halb Roadmovie-Doku, halb Spielfilm. Zwischen Ruhrpott und Sauerland gedreht, von Wolfgang Büld (der damals auch die „Punk in London“-Reportage drehte). „Brennende Langeweile“ konnte 1978 von uns Provinzpunks südlich des Sauerlandes zutiefst mitempfunden werden, weil die Langeweile dort mit der zwischen unseren Dörfern und der Binger Kleinstadt exakt die gleiche war. Es gab kein Überangebot an Ablenkung und Zeitvertreib, und man sah sich förmlich gezwungen, unter der Woche eine evangelische Teestube oder ein Hippie-Zentrum zu besuchen, weil die ganze Region ein einziges Teenage-Waste-Land war. Der Film bringt die Zeit, das Lebensgefühl, die Langeweile zwischen den Aktionen und die Stimmung in Deutschland 1:1 auf den Punkt. Die Bilder der ADVERTS auf Tour und deren Live-Darbietung tun das ihre, um diesen Film als großartig bezeichnen zu dürfen. Der wird dann wahrscheinlich in 25 Jahren noch mal ausgestrahlt ...


    Junge Freiheit & Revolution. Das reicht zu einer Überschrift und keinen Schritt weiter. Das Blatt ist sachlich und fachlich von größter Kompetenz und doch für keine Revolution zu brauchen; eher wichtig für den sauber gedeckten Frühstückstisch, auf dem bereits alles seine Ordnung hat und auf welchem die ganz bestimmte Marmeladenmarke auch noch die nächsten 20 Jahre ihren angestammten Platz verteidigt. Und obgleich ich 90 % der Texte mitunterschreiben könnte, wäre ich im Leben nicht noch einmal so blöde, meinen Kopf und meine Knochen für die JF hinzuhalten, ganz einfach deswegen, weil (trotz aller Sympathie) mit den Leuten einfach keine Revolution zu machen ist. Es geht hier leider nur noch darum, in einer Welt von täglichen Apokalypsen, an besagtem, akkurat gedeckten Tisch möglichst in Ruhe frühstücken zu können und nach Büroschluß mal zu lesen, wie die neue Grönemeyer-CD in der Kritik so abschneidet. Nee, brauchen wir nicht, auch keinen Burschenschafts-Abend, auf dem die Reinerhaltung von Hopfen und Malz das eigentliche Thema sein müßte und sich Begriffe wie konservativ und Revolution nur noch zerreden lassen. Bringt uns da wenigstens die Wandervogel-Romantik noch weiter? Momentan eher nicht und später vielleicht wieder – nach dem Krieg. Bis dahin fröne ich meiner Naturbegeisterung, indem ich mit dem Lift den von mir besungenen Berg hinauffahre und von oben herab das künftige Strafgericht auf die Welt herabrufe, im Anschluß einen Kaffee genieße (möglichst aus einer Tasse feineren Porzellans) und dann heruntersteige, um mir im Auto eine Hardcore-Punk-Dröhnung oder eine „Best Of“ von DEAN MARTIN zu genehmigen. Und echte Neofolk-Lagerfeuer-Romantik? Ja, gerne, mit 12-seitigen Gitarren, einem Schuß schottischen Lagavulin-Whisky, umgeben von Freunden und zu gegebener Zeit dann mit dem Taxi ins komfortable Luxushotel, weil man in jugendlicheren Jahren so unfreiwillig wie gezwungenermaßen in freier Natur nächtigen mußte, mit allen damit verbundenen morgendlichen Unannehmlichkeiten ...





    „Junge frische Konservative“ – was bringen sie uns? Sicher eignen sie sich hervorragend zum Rezensieren lesenswerter Literatur. Für den direkten Kulturkampf sind sie weniger geeignet. In meinem Traumreich aber würde ich mich ausschließlich von akademisch gebildeten Kellnern konservativer Prägung bedienen lassen und mich darüber freuen, wenn diese nach Feierabend zum weiteren Broterwerb noch ein Buch für die JF rezensieren. Im allgemeinen aber taugen mir keine Menschen, die mit 17 Jahren schon bemüht sind, erwachsen zu sein, außer eben, sie schenken mir Kaffee ein und servieren ein Stück Marzipantorte.


    [img='http://www.rocknord.net/forum/upload/avatars/utool_f_1280257842_2.jpg','left'] Das grundlegendere Problem im Verhältnis von Revolution und Konservativen aber ist die Tatsache, daß der Konservative in sich den unerschütterlichen Glauben gefestigt hat, daß ein normaler Gefreiter oder meinetwegen auch ein schlechter Hauptschüler ihm nichts voraushaben kann und darf. Ein Glaube, der auch heute noch wie ein Bremsknüppel auf jeden revolutionären Ansatz wirkt. Darüber hinaus liest der reine Konservative seinen Jünger nicht anders als ein kreationistischer Christ die Bibel – sehr intensiv und buchstabentreu – aber dadurch eben auch vorbei an der eigentlichen Substanz. Ernst Jünger verstanden zu haben, bedeutet alles andere als ein rechter Spießer zu sein, und die Bibel wörtlich zu nehmen, ohne sich die Schätze ihrer Symbolik mystisch zu erschließen, ergibt eine Geisteskrankheit ganz eigener Art. Ein Prüfstein zum Verständnis von Jünger ist Curzio Malaparte. Wer nicht „Die Haut“, „Kaputt“, „Der Zerfall“ und „Blut“ gelesen und für gut befunden hat, der kann „Das Abenteuerliche Herz“ Jüngers nicht begreifen.


    Revolution & Ästhetik – das schließt eine Menge Scheißdreck von vornherein aus. Ich verstehe ja, daß man aus der Sumpfperspektive heraus auch mal zur Panzerfaust greifen will, aber die beste Waffe, die uns das Schicksal in Verbindung mit moderner Technik zu nutzen gebietet, ist die der Ästhetik. Machen wir uns das ästhetische Defizit unserer Gegners also zunutze, indem wir auf MySpace mit strahlenden Profilen glänzen. Die Entwicklung dort ist berauschend, der Boden, den wir von dort aus gewinnen, enorm. Die verzweifelten Bemühungen der gegnerischen Truppen, den ästhetischen Flächenbrand durch permanentem Einsatz freiwilliger Hilfsidioten noch zu löschen oder gar zu ersticken, sind so vergeblich wie amüsant. Wenn wir die Frauen auf unserer Seite haben, und den guten Geschmack, dann können wir die Panzerfäuste verschrotten, die Springerstiefel und den ganzen, in altdeutscher Fraktur gegossenen Mist.


    Wir sind die Musik, wir sind die Ästhetik, wir sind die Avantgarde, wir sind der Untergrund, wir sind das Abendland, wir sind Europa, wir sind Deutschland – und alles andere ist Mainstream, Bullshit, Establishment oder Schrott!


    Quelle: Hier und Jetzt, Josef Klumb

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon