Jürgen Schwab: Überflüssige Rechte.

  • [img='http://www.bilder-hochladen.net/files/ey5e-1t.jpg','left'] Bei der zurückliegenden Landtagswahl in NRW hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass die deutsche Rechte im Westen der Republik von ihren potentiellen Wählern nicht als politische Alternative empfunden wird. Sicherlich gibt es für das schlechte Abschneiden von Pro NRW (1,4 Prozent), NPD (0,7 Prozent) und REP (0,3 Prozent) auch externe Gründe – wie die Benachteiligung im Mediensystem, die soziale und auch strafrechtliche Zensur gegenüber rechten Kandidaten. Aber zum Teil sind die Misserfolge auch hausgemacht. Die Pros sollten einsehen, dass sich die von ihnen oftmals in Anspruch genommene „Seriosität“ nicht nur im Binden von Krawatten, in akademischen Graden und möglichst hohem Einkommen ihrer Funktionäre und Kandidaten erschöpfen kann, sondern auch in einem glaubwürdigen Programm.


    Wer die Ausländerproblematik von der Systemfrage wegführt und alleine auf Islamisten-Bashing zuspitzt, kann nicht glaubwürdig sein. Hierbei ist nur allzu offensichtlich, dass eine Grundgesetz-Gruppierung wie Pro NRW selbst die „Verfassungs“-Ordnung vertritt, die in ihrem Grundrechtekatalog die „Gleichheit aller Menschen“ vorsieht, vor allem dann, wenn Mehmed und Ali längst die BRD-Staatsbürgerschaft besitzen. Und einen Volksentscheid – etwa gegen Minarettbau – haben die Westalliierten, die eigentlichen Initiatoren des „Grundgesetzes“ auch nicht vorgesehen.


    Beisicht und Konsorten merkt man an, dass es ihnen vor allem um ihren persönlichen Erfolg geht, weshalb sie solche Fakten gerne verschweigen. Viele potentielle nationale Wähler wissen nur zu gut, einen seriösen Rechtsanwalt von einem verschlagen wirkenden Winkeladvokaten zu unterscheiden. Den Pros geht es wie allen Rechtspopulisten um das Andocken an bürgerliche Diskurse – wie sie von taz und Spiegel bis zur Springerpresse geführt werden, die in den Islamisten, einer kleinen Minderheit der Migranten bei uns im Land, den neuen Blitzableiter für das kapitalistische System ausgemacht haben. Daß Moslems wie andere Fremde zu uns nicht in erster Linie gekommen sind, um ihren Glauben bei uns einzuführen, sondern – wie alle Menschen, die glücklich sein möchten – um an lukrative Arbeitsplätze (und alternativ an bessere sozialstaatliche Leitungen) zu kommen, genau dieser Punkt wird von Nationalkonservativen, Nationalliberalen und Faschisten nicht angesprochen.


    [imgr]http://www.bilder-hochladen.net/files/ey5e-1u.jpg[/imgr] Schließlich darf von rechter Seite der Zusammenhang von Kapitalinteresse und Ausländerbeschäftigung nicht angesprochen werden. Auch deshalb erlitt die schlechte Pro-NRW-Kopie, nämlich die NRW-NPD, mit ihren 0,7 Prozent eine Bauchlandung. Schließlich wurde von dieser Formation der häufig vorgebrachte Vorschlag der „Sache des Volkes“, das Thema Ausländerbeschäftigung in Aktionen einzubeziehen, nicht aufgegriffen. Gerade in Köln hätte die NPD somit gegenüber den Pros ein eigenständiges nationalistisches und sozialrevolutionäres Profil vertreten können – beträgt doch alleine die Türken-Quote an der Belegschaft der Ford AG in der Domstadt immerhin 50 Prozent. Warum kann man nicht vor Werkstoren dieses Thema aufgreifen? Wäre nicht das Thema Ausländerbeschäftigung das Alleinstellungsmerkmal der NPD auch bei Wahlen? Immerhin hat die Kameradschaft Hamm um Sascha Krolzig dieses Thema in Flugblatt-Aktionen schon mehrfach berücksichtigt.


    Siehe:
    http://logr.org/kshamm/2010/04…engul-wird-handgreiflich/


    Demgegenüber werden sich die Damen und Herren von der Reaktion hüten, sich gegen das „gute“ Produktionskapital zu versündigen! Alles andere wäre finsterster „Bolschewismus“. Und Anti-Kommunismus, der sich auch gegen gemäßigte sozialistische Alternativen richtet, ist diesen Herrschaften definitiv wichtiger als die Lebensinteressen des deutschen Volkes!


    Die 1,4 Prozent von Pro NRW sind in der Tat eine herbe Niederlage. NRW ist bekanntlich das Stammland, Köln die „Hochburg” der Pros. Also wenn man schon dort nichts zu Wege bringt, dann wird das in anderen Bundesländern noch weniger. Siehe das Ergebnis von Pro München bei der letzten Kommunalwahl mit 0,9 Prozent!


    Für die NPD sind die 0,7 Prozent in NRW ebenso eine Niederlage, aber das ist für diese Partei nicht ganz so schlimm, zumal die Nationaldemokraten


    a) seit ihrem Bestehen von 1964 schon mit Wahlniederlagen in Serie umfassende Erfahrungen gemacht haben;
    b) eine „Weltanschauungspartei“, wie sie die NPD einigermaßen ist, Niederlagen besser wegstecken kann als diverse Haufen von Karriererittern wie Pros und Reps;
    c) in Mitteldeutschland durchaus in einem Bereich liegen, wo man die 5-Prozent-Hürde knacken kann. In zwei Landtagen – in Dresden und Schwerin – ist die NPD bereits mit Fraktionen vertreten.


    Alles in allem ist trotz aller Abstriche die NPD noch die beste Wahlalternative für nationale Deutsche. Sie sollte aber ihr soziales, am besten sozialrevolutionäres Profil schärfen. Hingegen sollte man in deren Reihen auf „radikale“ Heißluftballons besser verzichten, zumal dann, wenn sich entsprechende „sozialistische“ Angebote nur auf Bürgerschreck beziehen, womit man der rechtspopulistischen Propaganda gegen die NPD nur neue Nahrung gibt.


    Quelle: Sache des Volkes, Jürgen Schwab

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

  • Man muss auch mal sehen, das rechte Positionen zur Zeit scheinbar nicht besonders gefragt sind. Hätte man zu Zeiten, als die "Volksparteien" noch Scheindebatten zur Überfremdungsfrage führten, also zwischen etwa 1950 - 80, den Deutschen einen Blick in die Zukunft gewährt, zum Beispiel wie es auf Berliner oder Kölner Straßen im Jahre 2010 aussehen wird, dann hätte die NPD ihren Einzug in den Bundestag Ende der 60er wohl geschafft. Das bekannte Frosch-im-Kochtopf-Prinzip.


    Leider nützen uns diese Was-wäre-wenn-Fragen recht wenig und Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei paar Schuhe.
    Auf eines kann man sich für die Zukunft aber verlassen: die Altparteien werden dieses Land weiter hinunterwirtschaften.

  • Um so mehr rechte Parteien es gibt, desto schwieriger wird es auch für die einzelnen ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aber der Michel kann sowieso in der Scheisse versinken, ehe er eine rechte Partei wählt. Jahrzehnte der Erziehung und Brot und Spiele zeigen Wirkung. Und wenn, dann wird aus Protest eben zu Hause geblieben oder links gewählt, denn das ist hip. Naja, beim nächsten mal wählen wir dann mal wieder mehr schwarz und gelb, damit es immer schön bunt bleibt. :wallb:

    Je mehr sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen die sie aussprechen.
    (George Orwell)

    Einmal editiert, zuletzt von Racheengel ()

  • Zitat von "Blockwart"


    Es ist einfach nur zum kotzen, da treten doch tatsächlich mehrere rechte Parteien an.Deutschland versinkt im Dreck und diese Scheißparteien haben nix besseres zu tun, als gegeneinander anzutreten.


    Das ist prinzipiell zwar richtig, aber auch zusammengenommen ist das Ergebnis der nationalen Parteien
    mehr als dürftig. Man kann dazu nur sagen: "Sagt nicht, ihr hättet nicht die Wahl gehabt."


    Aber es gibt trotzdem Hoffnung: Sollte in Europa in den nächsten Jahren tatsächlich eine schwere Inflation einschlagen, werden sich die Politiker noch umschauen. Und da die Linkspartei mehr und mehr vom System eingespannt wird, bleibt dann nur noch eine wirkliche Systemalternative: die Nationale! Jene Kraft, die vom System am meisten bekämpft wird, erscheint als die attraktivste, wenn das System unbeliebt geworden ist.

  • Natürlich wäre das Ergebnis auch für eine Partei mehr als dürftig, es wären dann immerhin 2,4%, da gab es schon schlechtere Ergebnisse in NRW.
    Das Potenzial für ein zweistelliges Ergebnis ist vorhanden, aber in diesem Kacksystem ist eben nur eine volkszerstörende Politik angesagt.
    Die BRD ist wirklich in allen Angelegenheiten ein weltweiter Sonderfall der Abartigkeit!

  • In den westlichen Bundesländern wird die "nationale Opposition" nicht als ernstzunehmende Alternative wahrgenommen. Es fehlt an einer charismatischen Galionsfigur oder einem Team, das Glaubwürdigkeit besitzt und dem man Veränderungen zum Besseren realistisch zutraut. Den Wählern geht es allgemein noch zu gut. Niemand wird sich ohne Not den immer noch als rechten "Bürgerschrecks" verschrieenen anschliessen, die der Normalbürger, schon rein äusserlich, kaum von Linksautonomen unterscheiden kann.


    Andererseits hilft auch kein ständiges Herauskehren des Aspekts, man sei die "einzige seriöse demokratische Kraft rechts der CDU", wie es von den besonders Politikfähigen permanent wiedergekäut wird. Das Volk ist verunsichert und traut "den Rechten" (dem Staatsfeind Nr. 1) am wenigsten zu, die von den famosen Demokraten aufgetürmten Probleme zu beseitigen. Eine schwierige Gemengelage.


    Bekanntlich ist nichts erfolgreicher als der Erfolg, demzufolge nichts unerfolgreicher als die Erfolglosigkeit ist. Die Leute haben keinen Bock drauf "Verlierer" zu wählen. Zeitgeschichtliche Themen kann man untereinander diskutieren, sie dürfen aber nicht mehr länger als das Alleinstellungsmerkmal in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Trauermärsche abschaffen und stattdessen den Focus stärker auf die soziale Frage richten. Damit kann man punkten und sich Selbstbewusstsein erarbeiten, dass dann auch "ansteckend" auf potentielle Wähler und Sympathisanten wirkt.


    Weg vom Jammer-Aktionismus á la "Die Linken dürfen, aber wir nicht. Wie ungerecht ist das denn?!" Nur wer intelligenter und schneller agiert als der politische Gegner kann sein Recht durchsetzen. Kleine, effektive, dezentrale Gruppen und Aktionen sind Monumetalaufmärschen wie in Dresden vorzuziehen, die dem Antirechtspöbel nur Betätigung und Bestätigung geben. Wir müssen schon dagewesen sein, wenn der Pusemuckelmob reagiert und seine systemstabilisierenden Phrasen auswürgt.


    Nur mal so als Anregung.


    Bester Gruss
    RockNORD-Redax

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

    Einmal editiert, zuletzt von RockNORD ()

  • Zitat von "Blockwart"


    Natürlich wäre das Ergebnis auch für eine Partei mehr als dürftig


    Genau deswegen ist es zur Zeit wirklich relativ egal, wieviele nationale Parteien es gibt - das Gesamtergebnis wird davon nicht besser.


    Zitat von "Blockwart"


    , es wären dann immerhin 2,4%, da gab es schon schlechtere Ergebnisse in NRW.


    Das stimmt optimistisch. ;-)


    Man muss es auch mal so sehen:


    Die Masse ist nicht besonders klug, eher manipulierbar. Somit in der Mehrheit eigentlich nicht wahlberechtigt.
    Man sollte auch nicht immer auf der Kompetenz der nationalen Kandidaten herumhacken - man schaue sich nur mal an, was für Trantüten alle Jahre wieder vom Volk in Amt und Würden gewählt werden.
    Außerdem basieren die heutigen allgemeinen Wertvorstellungen auf dem liberalistischen Gleichheitsglauben, unabhägig davon, wie richtig oder falsch dieser Glaube auch ist.