Literarisches: Beutewelt – Bürger 1-564398B-278843

  • [img='http://www.qpic.ws/images/15y41387.jpg','left'] Mit seinem Erstlingswerk „Beutewelt – Bürger 1-564398B-278843“ hat Nachwuchsautor Alexander Merow einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, welcher mir durch Zufall in die Hände gekommen ist. Es geht hier um die Welt im Jahre 2028, wo ein weltweiter Überwachungsstaat bzw. eine skrupellose Weltregierung die Menschheit in ihren Klauen hält und Merows Hauptheld, Frank Kohlhaas, durch einen unglücklichen Zufall in die Mühlen dieses Systems gerät. Nach einer Auseinandersetzung mit einem Vorgesetzten am Arbeitsplatz wird Kohlhaas im Zuge eines „automatisierten Gerichtsverfahrens“ zu 5 Jahren Haft in einem Umerziehungsgefängnis verurteilt und einem grauenhaften System der Gehirnwäsche ausgesetzt. Bei einer Verlegung in ein anderes Gefängnis wird er zusammen mit einem Mithäftling von einer Widerstandsgruppe befreit und nach Litauen gebracht. Hier taucht er in einem kleinen, halb verlassen Dorf unter und nimmt fortan den Kampf gegen das übermächtige Weltsystem auf.


    [imgr]http://www.qpic.ws/images/LYc41268.png[/imgr] Die Zukunft, welche Merow schildert, ist finster und dramatisch – allerdings äußert realistisch und trifft den Nagel auf den Kopf (Leseprobe). Die Weltregierung, hinter der eine pyramidenähnlich strukturierte Logenorganisation steht, hat sich seit ihrer Etablierung im Jahre 2018 die Zerstörung sämtlicher Völker, Religionen und Kulturen zur Aufgabe gemacht. Ihr Ziel ist der „Einheitsmensch“, ein identitätsloser Konsum- und Arbeitssklave für die Mächtigen.


    Es herrschen ein seelenloser Kapitalismus und eine menschenverachtende Globalisierungspolitik, welche die gebeutelten Völker nach und nach in den Ruin treibt. Die ehemaligen Nationalstaaten wurden zwangsaufgelöst und durch extrem überwachte Verwaltungssektoren („Europa-Mitte“, „Europa-Ost“ usw.) ersetzt. Europa ist z.B. ein Trümmerfeld des sozialen Elends und ethnischer und religiöser Konflikte zwischen den hier lebenden Völkersplittern.


    Lediglich Japan macht sich unabhängig und klinkt sich aus dem Weltverbund aus, was ihm auf Dauer neben einer ständigen Hetze der international gesteuerten Medien („Schurkenstaat“), auf Dauer einen Krieg mit der GCF („Global Control Force“) bescheren wird. Die Parallelen zu unserer Gegenwart sind eindeutig und von Merow geschickt gewählt. Der Autor führt im Grunde nur die Entwicklung, deren Grundlagen heute gelegt werden, weiter und erschafft ein finsteres Zukunftsszenario, welches den Leser wirklich zum Nachdenken bringt. Positiv ist auch, dass Merow, nicht wie z.B. Orwell, den Überwachungsstaat als unabwendbar oder unbesiegbar darstellt. Seine Vision ist zwar finster, aber dennoch spricht er dem Menschen nicht jede Hoffnung ab. „Beutewelt“ ist ein lesenwertes Buch und politisch interessierte Zeitgenossen und Globalisierungskritiker, sollten es sich nicht entgehen lassen.


    Quelle: Nonkonformist, Thorsten Weber

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon