Dummsprech™ – der Schlüssel zum Erfolg!

  • [img='http://www.qpic.ws/images/WHp05740.jpg','left'] Die Migrationszeitung Migazin erfreut uns mit einem ganz besonders schönen Interview mit dem bedeutenden musikwissenschaftlichen Ethnologen Dr. Martin Greve (Foto), Leiter des Studiengangs „Türkische Musik“ am Konservatorium in Rotterdam. Diesen Artikel wollen wir zum Anlass nehmen, das Phänomen des Dummsprech™ zu analysieren. Dummsprech™ liegt vor, wenn es dem Sprecher gelingt, jeder Faktizität vollständig auszuweichen und ein Gespräch ausnahmslos mit leeren Formeln zu bestreiten, die die Wirklichkeit verleugnen, verharmlosen oder beschönigen sollen.


    Das Interview mit Dr. Martin Greve eignet sich hervorragend, um die Zutaten des Dummsprech™ zu analysieren und ein Stück Medienaufklärung zu betreiben – zugleich ergibt sich ein Karriereleitfaden für angehende Sozialwissenschaftler, denn Dr. Greve weiß ganz offensichtlich, wie es geht, und hat es weit gebracht. Und zwar so:


    1. Anweisung: DIE NEBELWAND – Hüllen Sie sich und Ihre Antworten in eine Nebelwand und vermeiden Sie definitive, nachprüfbare Aussagen, z.B. so:


    Ob ich es jemals verstehe, das weiß ich nicht. Die Türkei ist so widersprüchlich. Das Land verändert sich fast täglich. Es gibt auch so viele Unterschiede zwischen Ost und West, Nord und Süd. Das kann man nicht verstehen. Es ist zu vielfältig. Was ja auch gut ist, ich finde das sehr positiv.


    2. Anweisung: DIE DEFINITIONSVERWEIGERUNG – Vermeiden Sie potentielles Beleidigtsein in der untersuchten Gruppe, indem Sie bestreiten, dass es die Gruppe überhaupt gibt, z.B. so:


    Das ist eine komplizierte Frage und man weiß eigentlich gar nicht mehr, wer die Türken in Deutschland überhaupt sind. Wenn man nach der Staatsangehörigkeit geht, hat ein großer Teil den deutschen Pass. Es gibt seit Generationen binationale Ehen und es gibt viele, die mittlerweile sagen, ich bin eigentlich nicht mehr türkisch, vielleicht europäisch oder ein Weltenbürger.


    3. Anweisung: DAS MEA CULPA – Suchen Sie mögliche Schuldige für Integrationsdefizite immer im eigenen Volk; beschmutzen Sie das Nest, z.B. so:


    Aber die deutsche Gesellschaft macht es ihnen so schwer. Das sollte für Deutschland eigentlich total erschreckend sein.


    4. Anweisung: DER EMPIRIEVERZICHT – Stellen Sie klar, dass alle Beobachtungen nur Vorurteile sind, so dass Ihre Leser erkennen, dass die Sozialwissenschaften es (anders als noch zu Zeiten Webers oder Simmels) auf keinen Fall mit Beobachtungen zu tun haben, z.B. so:


    [imgr]http://www.qpic.ws/images/6H906224.jpg[/imgr] Es gibt zum Beispiel das Problem der antiislamischen Stimmung, die seit dem 11. September in Deutschland sehr stark verbreitet ist. Es gibt so einen Pauschalverdacht, türkische Männer seien alle Machos und schlagen ihre Frauen. Das Kopftuch ist sowieso ganz verdächtig. Egal wie religiös jemand ist, aufgrund der Tatsache, dass jemand Türke ist, wird unterstellt, er ist islamisch und ein Macho.


    5. Anweisung: DIE UMDEUTUNG – Üben Sie Deutungshoheit aus, indem Sie ein spezifisches Integrationsproblem zu einem unspezifischen Sozialproblem umdeuten, z.B. so:


    Und das ist eben nicht nur ein Integrationsproblem, sondern auch ein sozialgesellschaftliches.


    6. Anweisung: DER HOFFNUNGSSCHIMMER – Besinnen Sie sich rechtzeitig darauf, dass Sie für Ihre künftigen Projekte vielleicht doch noch Steuergelder brauchen, und nehmen Sie die Schmähung der schweigenden Mehrheit zu 50 % wieder zurück, z.B. so:


    Ich habe jetzt so negativ über die Mehrheitsgesellschaft und deren antiislamischer Haltung gesprochen, aber auch die gegenteilige Tendenz ist immer stärker geworden. Immer mehr Leute und Institutionen, bis hin zur Philharmonie und anderer Musikhochschulen, bemühen sich aktiv.


    7. Anweisung: DER ELITEN-APPEAL – Entwickeln Sie elitäres Bewusstsein und lassen Sie durchblicken, dass Sie zu der Gruppe der Wenigen gehören, welche die Zeichen der Zeit erkannt haben und allen anderen zurecht den Takt und die Melodie vorgeben, z.B. so:


    Das sind ja auch Musiker, genau wie wir. Man kann das natürlich schlecht auf das allgemeine Leben übertragen, aber alle Politiker, Institutionen, etc., müssen sich aktiv darum bemühen.


    8. Anweisung: DIE RETORSION – Machen Sie deutlich, dass Integration kein Gebot an Migranten ist, sich in die Zielgesellschaft zu integrieren, sondern umgekehrt ein Gebot an die Eingeborenen, sich in eine den Migranten angenehme Gesellschaft zu verwandeln, z.B. so:


    Man muss aufeinander zugehen und man muss es versuchen und bereit sein sich zu ändern, auch von deutscher Seite aus. Es gibt oft so eine Haltung: Die müssen sich jetzt integrieren. So funktioniert das aber nicht. Man muss sich selbst auch in Frage stellen.


    9. Anweisung: DIE ENTSOZIOLOGISIERUNG – Identifizieren Sie Integrationsverweigerung niemals mit der Herkunftskultur, sondern immer nur mit Individuen, so als ob es weder eine Herkunftskultur gäbe, noch diese eine bestimmte oder gar bestimmende Prägung bei ihrem Mitgliedern bewirken könnte, z.B. so:


    Die Leute sind natürlich total verschieden, aber Menschen sind nun mal verschieden, und wenn man das alles auf Mentalitäten schiebt, dann zieht man Wände hoch, die unüberwindbar sind.


    10. Anweisung: DIE BESCHULDIGUNG – Lokalisieren Sie das Phänomen der wachsenden Integrationsverweigerung folgerichtig nicht bei den guten Migranten, sondern bei den bösen Gesellschaften der betroffenen Zielländer, die sich nicht in die multikulturelle Migrationsgesellschaft integrieren wollen, z.B. so:


    Es gibt im Prinzip eine allgemeine Tendenz, dass die Probleme größer werden. Die antiislamische Haltung wächst überall in Europa, soweit ich das einschätzen kann.


    11. Anweisung: DIE FEINDIDENTIFIKATION – Nutzen Sie das Freund-Feind-Schema, indem Sie sich allgemein anerkannte Unpersonen herausgreifen, um diese dann als alleinige Ursache aller Probleme zu identifizieren, z.B. so:


    Vor allem in Holland ist das ganz gravierend mit Geert Wilders.


    12. Anweisung: DIE VERLEUGNUNG – Leugnen Sie die Wirklichkeit und ersetzen Sie diese konsequent durch Ihre ideologiegeprägten Wunschvorstellungen, z.B. so:


    Und das gerade in den Niederlanden in der Integration eigentlich immer recht vorbildlich gelaufen ist.


    13. Anweisung: DER EWIGE EINZELFALL – Schaut unter dem leuchtenden Gewand der Idealisierung doch noch irgendwo der Bocksfuß heraus, ziehen Sie sich darauf zurück, dass es sich um Einzelfälle und nur um Einzelfälle (lauter Einzelfälle) handelt, z.B. so:


    Das Bild in der Mehrheitsgesellschaft, dass alle Türken so sind. In Wahrheit ist das ein sehr geringer Teil. Ehrenmord ist eine extreme Ausnahmesituation, genau wie Zwangsheirat. Aber in der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft ist das völlig verzerrt.


    14. Anweisung: DIE GEFÜHLSBOTSCHAFT – Emotionalisieren Sie! Da viele Ihre Argumentation ohnehin nicht verstehen werden (da Sie der tumben Masse der grauen Durchschnittsbürger ja so weit geistig überlegen sind) müssen Sie Ihre Botschaft in Gefühle verpacken, nicht in Gedanken, z.B. so:


    In den deutschen Medien, im Feuilleton und in Talkshows, ist eine absurde Debatte über den Islam entbrannt und wie kritisch man den Islam sehen muss, als wäre es eine Einheit. Ganz absurd und übertrieben alles.


    Wenn Sie diese 14 Grundsätze beherrschen, steht einer erfolgreichen Karriere als Sozialwissenschaftler in Europa nichts mehr im Wege. Der Schlüssel zum Erfolg ist die souveräne Beherrschung des angesagten Dummsprech™. Ohne Dummsprech™ kein Erfolg. Mit Dummsprech™ ist dem Weg nach oben keine Grenze gesetzt. Beginnen Sie jetzt! Sprechen Sie dumm™ und steigen Sie auf!


    Quelle: PI News

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon

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