Der König der Wendehälse: Joschka und das Kapital.

  • In Sachen Wandlungsfähigkeit macht Joseph Martin ("Joschka") Fischer so leicht niemand etwas vor. Einst Anarcho-Straßenschläger, Amerika-Feind (US=SS) und ultralinker Bücher- und Tagedieb, verkörpert er heute alles, was das Herz der globalen Macht-Elite erfreut. Prokapitalistisch, pro-amerikanisch, proisraelisch: So meistert man den Sprung von der schmuddligen Frankfurter Sponti-WG in die Nobelvilla im reichen Berliner Grunewald.


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    Bereits als "grüner" Außenminister und Vizekanzler (1998-2005) im Kabinett von Gerhard Schröder präsentierte sich Fischer als strammer Atlantiker und Nato-Parteigänger. Den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien (1999) unterstützte er vorbehaltlos - mit dem unvermeidlichen Verweis auf "Auschwitz". 1994 hatte er in seinem Buch "Risiko Deutschland" gefordert:



    Diese unverhohlene Distanz zum eigenen Land qualifiziert ihn auch nach seiner politischen Karriere zum gefragten Ansprechpartner hochkarätiger US-Kreise und global agierender Konzerne.


    Mit "der Wirtschaft" hat das frühere Mitglied der Gruppe "Revolutionärer Kampf" und der berüchtigten Frankfurter Putz-Truppe (Putz = Proletarische Union für Terror und Zerstörung) keinerlei Berührungsängste mehr. Im Gegenteil: Je größer und kapitalkräftiger, desto besser. Jüngster Neuzugang auf der Kundenliste von Fischers "Consulting"-Firma ist der bayerische Automobilbauer BMW. Den Konzern soll der 61jährige bei der Entwicklung seiner "Nachhaltigkeitsstrategie" unterstützen, bestätigte ein Sprecher. Dieses Thema könne kaum jemand sonst "gewichtiger" und "glaubwürdiger" voranbringen, glaubt man bei BMW.


    Nicht der einzige dicke Fisch im Netz. Wie unlängst berichtet, ist Fischer auch als Lobbyist für die geplante "Nabucco"-Pipeline unterwegs, durch die von 2014 an Erdgas aus dem Kaspischen Meer über die Türkei nach Mitteleuropa geleitet werden soll. Die USA und die EU unterstützen dieses Projekt, könnte doch auf diese Weise Rußland als bisher wichtigster Lieferant zurückgedrängt werden. Exzellente Kontakte unterhält der Ex-Grünen-Politiker auch zu der US-Investmentbank Goldman Sachs, die sich kräftig an der Ausplünderung des nunmehr bankrotten Arcandor-Konzerns (Karstadt) beteiligt hat.


    In seinen "wilden" Zeiten waren Fischer das kapitalistische System und wirtschaftsnahe Politiker noch zutiefst verhaßt. 1981 wurde der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry (FDP) ermordet, zu der Tat bekannten sich die "Revolutionären Zellen" (RZ). Die Tatwaffe wurde nebst anderen aus einer US-Kaserne gestohlenen Waffen acht Jahre zuvor in Joschka Fischers Auto transportiert. Fischer hatte den Wagen seinem Freund, dem Linksterroristen und RZ-Mitglied Hans-Joachim Klein, geliehen, will aber von dem Waffentransport nichts gewußt haben. Karry, im Dritten Reich als "Halbjude" verfolgt, war als Hauptverantwortlicher für den Bau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens ein besonderes Haßobjekt der militanten Linken.


    Im Jahr der Karry-Ermordung bereitete Fischer den Einstieg in seine parteipolitische Karriere vor. Gemeinsam mit Daniel Cohn-Bendit gründete er den "Arbeitskreis Realpolitik", trat jedoch erst 1982 selbst den "Grünen" bei. Ein Jahr darauf wurde er erstmals in den Bundestag gewählt, 2006 legte er sein letztes Mandat nieder. Noch im selben Jahr übernahm er, obwohl ohne Abitur, Studium, Lehre oder vergleichbare Qualifikation, eine einjährige Gastprofessur für internationale Wirtschaftspolitik an der Princeton University. Gleichzeitig wurde er als "Experte für transatlantische Beziehungen" für den "Council on Foreign Relations" tätig, eine Art "Politbüro für den Kapitalismus" ("Spiegel"). Wenig verwunderlich also, daß er bei dessen europäischem Ableger, dem "European Council on Foreign Relations", Gründungsmitglied und Vorstand wurde. Finanziert wird das Institut übrigens von dem US-jüdischen Großspekulanten und Milliardär George Soros.


    Noch 1997 ließ sich Fischer, vernehmen: "Ich entdecke mehr und mehr, wie sehr ich doch Marxist geblieben bin." Seine neuen Freunde und Geschäftspartner scheint es nicht zu stören.


    Ganz anders die Reaktion der BMW-Händler und -Kunden. Brieflich und telephonisch äußerten sie ihr Unverständnis über die Fischer-Berufung. Die BMW-Zentrale kam trotz aller Abwiegelungsversuche nicht umhin, "leichte Irritationen" einzuräumen. Auf die Frage, was man sich denn ausgerechnet von Fischer verspreche, hieß es keineswegs ironisch, dieser sei Experte für "Elektroantrieb". Woher dieses Wissen stammen könnte, wurde nicht erläutert, damals als Aushilfstaxifahrer fuhr er noch Diesel.


    Quelle: Nation & Europa

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“ Carl Theodor Körner Deutscher Dichter, gefallen 1813 im Alter von 21 Jahren im Freiheitskrieg gegen Napoleon